Case Study: Artist Duo Grosso & Twaddle Explore How the 2 × 2 Metre UUNA TEK 3.0 System Can Expand the Scale and Possibilities of Their Collaborative Drawing Practice

Fallstudie: Das Künstlerduo Grosso & Twaddle erkundet, wie das 2 × 2 Meter große UUNA TEK 3.0-System den Maßstab und die Möglichkeiten ihrer gemeinsamen Zeichenpraxis erweitern kann

Übersicht

Die Künstler Manu Grosso und Ed Twaddle arbeiten gemeinsam in den Bereichen Zeichnung, Fotografie, Skulptur und Installation. In ihrer gemeinsamen Praxis beschäftigen sie sich mit Männlichkeit, Intimität, körperlicher Präsenz und Abwesenheit. Ihre Arbeiten beginnen oft mit gefundenen digitalen Bildern, die sie in jüngerer Zeit als Ausgangsmaterial für mechanisch angefertigte Zeichnungen verwenden.

Für dieses Projekt nutzten sie das UUNA TEK 3.0-System im Format 2 × 2 Meter, um großformatige Arbeiten auf Grundlage gefundener Bilder von Körpern, Innenräumen, Kleidungsstücken und Gegenständen anzufertigen. In diesen Bildern wird menschliche Präsenz sowohl direkt durch die Figur als auch indirekt durch die Räume, Gegenstände und materiellen Spuren vermittelt, die sie umgeben.

Die Integration von UUNA TEK-Stiftplottern in ihr Atelier hat die technischen und konzeptuellen Möglichkeiten ihrer Zusammenarbeit erheblich erweitert. Beginnend mit einem UUNA TEK H-A0-Modell und fortschreitend zu einem maßgefertigten UUNA TEK 3.0-System im Format 2 × 2 Meter hat sich der Plotter von einem Produktionswerkzeug zu einem aktiven Bestandteil ihres kreativen Prozesses entwickelt.

Insbesondere ermöglicht die größere Maschine im Format 2 × 2 Meter Grosso und Twaddle, großformatige Zeichnungen anzufertigen, mit individuell angepassten Werkzeugen und Materialien zu experimentieren und maßstabsgetreue Vorlagen für Skulpturen und Installationen zu erstellen.

Künstlerischer Hintergrund: Zeichnung als Spur menschlicher Präsenz

Ein zentraler Gedanke in Grosso und Twaddles gemeinsamer Zeichenpraxis ist das Konzept der Spur: die Markierungen, Gegenstände und materiellen Überreste, durch die sich menschliche Präsenz manifestiert.

In ihren Zeichnungen wechseln sich Körper, Innenräume, ausrangierte Kleidungsstücke, Alltagsgegenstände und andere Formen alltäglicher Überreste ab. In einigen Arbeiten ist der Körper direkt zu sehen, in anderen wird er durch die Räume, Gegenstände und Spuren angedeutet, die er hinterlassen hat.

Ihre Vorlagen stammen häufig aus Online-Archiven. Viele davon sind komprimierte digitale Bilder mit niedriger Auflösung. Beim Plotten werden diese Bilder in großformatige physische Zeichnungen verwandelt.

Durch die Umsetzung der Bilder in einem präzisen, vektorbasierten mechanischen Verfahren wird ein Großteil des visuellen Rauschens des Originalmaterials entfernt. Die mechanische Präzision der Zeichenmaschine steht dabei in Spannung zur Intimität und Körperlichkeit, die den Originalbildern innewohnen.

Warum eine Zeichenmaschine verwenden?

Die Wahl einer Zeichenmaschine hängt eng mit den Themen zusammen, mit denen sich Grosso und Twaddle in ihrer Arbeit auseinandersetzen.

Traditionelles Zeichnen wird oft mit der ausdrucksstarken Bewegung und der körperlichen Berührung durch die Hand eines einzelnen Künstlers verbunden. Indem die Künstler diese Tätigkeit einer Maschine übertragen, schaffen sie bewusst Distanz zwischen sich und der fertigen Markierung.

Der Plotter fungiert als mechanischer Ersatz für die Hände der Künstler. Die kontrollierten und sich wiederholenden Bewegungen der Maschine verstärken das Gefühl, dass etwas oder jemand fehlt.

Warum eine Zeichenmaschine verwenden?

Diese Verschiebung erschwert auch die Vorstellung individueller Urheberschaft. Die Zeichnungen entstehen durch die Zusammenarbeit zweier Künstler, digitaler Vorlagen, Software, mechanischer Bewegung und physischer Materialien.

Integration des UUNA TEK H A0 ins Atelier

Bevor Grosso und Twaddle eingeladen wurden, das größere 2 × 2 Meter große System zu testen, hatten sie bereits begonnen, den UUNA TEK H A0-Plotter in ihr Atelier und ihren gemeinsamen Arbeitsprozess zu integrieren.

Der Plotter bot zunächst eine zuverlässige Möglichkeit, digitale Strichzeichnungen in großformatige physische Bilder zu übertragen. Mit der Zeit wurde er jedoch mehr als nur ein Ausführungswerkzeug. Er begann als robotischer Atelierassistent und anpassungsfähiger Rahmen für gemeinsame Experimente zu fungieren.

Die Maschine ermöglichte es den Künstlern, zu testen, wie gefundene Fotografien und Vektorzeichnungen in physische Markierungen umgewandelt werden konnten. Außerdem bildete sie einen Schnittpunkt zwischen verschiedenen Bereichen ihrer Praxis, darunter:

· Fotografie

· Zeichnung

· Skulptur

· Installation

· Digitale Programmierung

Diese Prozesse greifen in ihrer Arbeit ineinander. Ein Foto kann als Vorlage für eine geplottete Zeichnung dienen, während eine Zeichnung später als Schablone, skulpturales Element oder Teil einer Installation fungieren kann.

Die Flexibilität des Plotters ermöglicht Grosso und Twaddle, zwischen diesen Formaten zu wechseln, ohne sie als getrennte Produktionsbereiche zu behandeln.

Vergrößerung auf ein maßgeschneidertes UUNA TEK 3.0 mit 2 × 2 Metern

Aufbauend auf ihren Erfahrungen mit dem A0-Plotter wurden Grosso und Twaddle eingeladen, mit einem maßgeschneiderten UUNA TEK 3.0-System mit 2 × 2 Metern zu erproben, wie sich ihre gemeinsame Zeichenpraxis in einem deutlich größeren Maßstab weiterentwickeln könnte.

Die Arbeit in diesem Maßstab veränderte sowohl die physische Präsenz der Zeichnungen als auch die Möglichkeiten ihrer Installation. Statt ausschließlich als Bilder auf Papier zu fungieren, konnten sie sich als architektonische oder immersive Installationen in den Ausstellungsraum ausdehnen.

Vergrößerung auf ein maßgeschneidertes UUNA TEK 3.0 mit 2 × 2 Metern

Mit einer Breite von zwei Metern bilden die dünnen, gleichmäßigen Linien der Maschine ein weitläufiges Netz räumlicher Koordinaten. Der Maßstab verleiht den Zeichnungen eine stärkere physische Präsenz und verändert die Beziehung der Betrachtenden zu ihnen hin zu einer immersiveren, körperlichen Begegnung.

Vergrößerung auf ein maßgeschneidertes UUNA TEK 3.0 mit 2 × 2 Metern

So entsteht ein produktiver Kontrast innerhalb der Arbeit: Ein Bild, das sich mit der Abwesenheit des Menschen befasst, erhält eine eindrucksvolle physische Präsenz.

Vergrößerung auf ein maßgeschneidertes UUNA TEK 3.0 mit 2 × 2 Metern

Das Sonderformat ermöglicht außerdem die Herstellung von Arbeiten, die in direktem Bezug zu den Abmessungen von Wänden, Böden und anderen architektonischen Flächen stehen. Zeichnen wird so zu einer Methode, Raum zu organisieren und zugleich ein Bild zu schaffen.

Niedrig aufgelöste Bilder in großformatige Zeichnungen übersetzen

Die Skalierung gefundener digitaler Bilder auf zwei Meter bringt sowohl technische als auch kreative Herausforderungen mit sich.

Viele der Ausgangsbilder enthalten Komprimierungsartefakte, Pixelbildung und visuelles Rauschen. Durch die Vergrößerung werden die Grenzen der digitalen Datei offengelegt, statt sie zu verbergen.

Die Zeichenmaschine übersetzt diese Unvollkommenheiten in kontinuierliche physische Spuren. Digitale Glitches und unbeständige Konturen werden zu präzisen Tintenlinien auf Papier und anderen Oberflächen.

Dieser Prozess erzeugt einen Kontrast zwischen dem kleinen Maßstab, der niedrigen Auflösung und der scheinbaren Beliebigkeit des Ausgangsbildes einerseits und dem großen Maßstab und der physischen Präsenz der fertigen Zeichnung andererseits.

Durch viele Stunden kontinuierlichen Zeichnens der Maschine wird das Bild in ein umfangreiches physisches Werk übersetzt, das zwei sehr unterschiedliche Maßstäbe, Zeitlichkeiten und Formen materiellen Einsatzes miteinander in Beziehung setzt.

Die daraus entstandenen Zeichnungen verleihen Bildern, die im ständigen Strom von Online-Inhalten sonst möglicherweise übersehen würden, physische Präsenz und Größe.

Eigene Software und experimentelle Arbeitsabläufe

Die Zusammenarbeit hat Grosso und Twaddle auch dazu veranlasst, einen spezialisierten Software-Workflow zu entwickeln.

Statt den Plotter nur mit seinen Standardeinstellungen zu verwenden, passen sie seine Software für jedes Werk an. Individuelle Erweiterungen ermöglichen es ihnen, die Zeichenweise der Maschine zu verändern, einschließlich der Reihenfolge, Bewegung und Ausführung einzelner Linien.

Diese Modifikationen können beeinflussen, wie ein Bild übertragen und seine Linien angeordnet werden und wie sich die Maschine beim Zeichnen bewegt.

So lässt sich für jedes Projekt ein eigener Plotterprozess entwickeln, statt immer wieder dieselbe automatisierte Methode anzuwenden.

Eigene Software und experimentelle Arbeitsabläufe

Maßgefertigte Stifthalter, Zeichenwerkzeuge und Tinten

Digitale Modifikationen werden mit physischen Eingriffen in die Maschine kombiniert.

Im Studio entwickeln Grosso und Twaddle maßgefertigte Stifthalter, experimentelle Zeichenwerkzeuge und spezielle Tintenmischungen. Dank dieser Anpassungen kann das UUNA TEK-System mit Materialien und Werkzeugen arbeiten, die über herkömmliche technische Stifte hinausgehen.

Eine Änderung des Halters, des Zeicheninstruments oder der Tintenrezeptur beeinflusst den Druck, den Widerstand und die Fließbewegung beim Plotten.

Dadurch kommt ein gewisses Maß an Unvorhersehbarkeit des Materials in ein ansonsten präzises automatisiertes System. Während sich die Maschine bewegt, kann die Tinte verlaufen, schleifen, sich sammeln oder unterschiedlich auf die Oberfläche reagieren.

Diese Experimente untersuchen das Verhältnis zwischen mechanischer Steuerung und dem unvorhersehbaren Verhalten physischer Materialien. Die entstehenden Spuren weisen weiterhin die Regelmäßigkeit robotischer Bewegungen auf und zeigen zugleich Spuren von Reibung, Widerstand und Scheitern.

Maßgefertigte Stifthalter, Zeichenwerkzeuge und Tinten

Den Plotter für die Planung im Maßstab 1:1 nutzen

Der maßgefertigte Plotter mit einer Arbeitsfläche von 2 × 2 Metern hat auch die praktische Organisation des gemeinsamen Arbeitsprozesses von Grosso und Twaddle verändert.

Neben der Herstellung fertiger Ausstellungsarbeiten kann die Maschine auch für Folgendes verwendet werden:

· Schablonen für Installationen im Maßstab 1:1

· Konstruktionspläne

· Anleitungen zum Zuschneiden und Zusammenbauen

· Modelle für skulpturale Arbeiten

· Pläne für Galerieinstallationen

Die Anfertigung dieser Elemente im Maßstab 1:1 erleichtert es den Künstlern, sich vor dem Bau oder der Installation vorzustellen, wie ein Werk einen Raum einnehmen wird.

Den Plotter für die Planung im Maßstab 1:1 nutzen

Der Plotter unterstützt somit sowohl das Experimentieren als auch die Effizienz. Er verbindet die digitale Entwurfsarbeit mit den praktischen Anforderungen der gemeinsamen Produktion einer großformatigen Installation.

Auswirkungen auf die kollaborative Praxis

Die Weiterentwicklung vom UUNA TEK H A0 zum maßgefertigten 2 × 2 Meter großen UUNA TEK 3.0 hat die künstlerische Praxis von Grosso und Twaddle in mehrfacher Hinsicht erweitert.

In der Praxis hat er ihnen Folgendes ermöglicht:

· Zeichnungen in großem Maßstab anfertigen

· Digitale Archive in physische Kunstwerke übertragen

· Zeichnung mit Skulptur und Installation verbinden

· Individuelle Software und Plotterabläufe entwickeln

· Mit maßgefertigten Werkzeugen, Tinten und Materialien experimentieren

· Präzise Pläne und Vorlagen im Maßstab 1:1 anfertigen

· Ideen durch einen gemeinsamen mechanischen Prozess erproben

Der Plotter ist mittlerweile auch konzeptionell untrennbar mit dem Werk verbunden. Seine repetitive Arbeit, die mechanische Distanziertheit und das Fehlen einer erkennbaren künstlerischen Hand verstärken die Themen Intimität, Distanz und körperliche Abwesenheit, mit denen sie sich in ihrer Praxis auseinandersetzen.

Die Maschine lässt sich als aktiver Teil der Zusammenarbeit verstehen. Statt lediglich Anweisungen auszuführen, bietet sie Grosso und Twaddle ein digitales und mechanisches System, mit dem und gegen das sie arbeiten können, um gemeinsam Ideen zu erproben, anzupassen und zu entwickeln.

Zusammenfassung: Der UUNA TEK-Plotter als kollaboratives Ateliersystem

Das System UUNA TEK hat die Zeichenmaschine zu weit mehr als einer Methode zur Reproduktion digitaler Bilder gemacht.

In der künstlerischen Praxis von Grosso und Twaddle erfüllt es gleichzeitig folgende Funktionen:

· Ein großformatiges Zeichenwerkzeug

· Ein robotischer Atelierassistent

· Eine Plattform für maßgeschneiderte Software

· Ein experimentelles Materialsystem

· Ein maßstabsgetreues räumliches Planungswerkzeug

· Ein konzeptioneller Mitgestalter

· Ein mechanisches System, das künstlerische Entscheidungen prägt

Das maßgefertigte Format von 2 × 2 Metern eröffnet neue Möglichkeiten, immersivere Zeichnungen und Installationen zu schaffen und zugleich die Präzision und die unverwechselbaren materiellen Eigenschaften der geplotteten Linienführung zu bewahren.

Durch das System UUNA TEK ist das mechanische Zeichnen zu einem zentralen Bestandteil der gemeinsamen künstlerischen Arbeit von Grosso und Twaddle geworden. Es ermöglicht ihnen, zwischen digitalen Bildern, Zeichnung, Skulptur und großformatiger Installation zu wechseln und dabei das Verhältnis zwischen körperlicher Präsenz, Abwesenheit und der mechanisch erzeugten Linie zu erkunden.

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